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Einführung in den algorithmischen Handel

Um vom manuellen zum algorithmischen Handel zu wechseln, müssen Sie Ihre Strategie nicht als „Gefühl“, sondern als logische „Wenn-Dann“-Aussage betrachten. Ein robustes algorithmisches System basiert auf drei Säulen: der Alpha-Strategie, der Ausführung und dem Risikomanagement.

1. Die Alpha-Strategie: Definition der Strategie

Ihr Algorithmus benötigt klare Regeln. Sie können einem Computer nicht einfach sagen: „Kaufe, wenn der Trend stark aussieht.“ Sie müssen präzise sein.

Trendfolge: „Kaufe, wenn der 50-Tage-Durchschnitt den 200-Tage-Durchschnitt von oben nach unten kreuzt.“

Mittelwertumkehr: „Kaufe, wenn der Kurs um zwei Standardabweichungen vom VWAP (volumengewichteter Durchschnittskurs) abweicht.“

Arbitrage: „Kaufe Aktie A an Börse X und verkaufe sie an Börse Y, wenn die Kursdifferenz die Transaktionskosten übersteigt.“

2. Der Backtest: Realitätscheck

Bevor Sie live gehen, müssen Sie einen Backtest durchführen. Dies beinhaltet das Testen Ihres Codes anhand historischer Daten (z. B. der letzten 5 Jahre des S&P 500 oder GBP/JPY).

Warnung vor Überanpassung: Eine häufige Falle ist die sogenannte „Kurvenanpassung“, bei der Parameter so lange angepasst werden, bis die Vergangenheitsdaten profitabel erscheinen. Ein robuster Algorithmus sollte auch mit Daten außerhalb der Stichprobe funktionieren – also mit Daten, die er noch nie zuvor gesehen hat.

Datenqualität: Was man hineingibt, kommt auch wieder heraus. Stellen Sie sicher, dass Sie saubere Daten auf Tick-Ebene verwenden, die Dividenden, Aktiensplits (bei Aktien) und Spreads (im Devisenhandel) berücksichtigen.

3. Ausführung und Infrastruktur

Sobald die Strategie bewährt ist, muss sie mit dem Markt interagieren.

APIs (Programmierschnittstellen): Ihr Code (geschrieben in Python, C++ oder PineScript) kommuniziert über eine API mit Ihrem Broker.

Latenz: Im Devisenhandel ist Geschwindigkeit entscheidend. Wenn Ihr Signal bei 1,0500 ausgelöst wird, Ihre Internetverbindung aber erst bei 1,0505 ankommt, kann Ihr Vorteil verloren gehen. Viele algorithmische Händler nutzen virtuelle private Server (VPS) in der Nähe von Börsenservern, um diese Verzögerung zu minimieren.

4. Automatisiertes Risikomanagement

Dies ist Ihr Sicherheitsnetz. Ihr Code muss einen „Not-Aus-Schalter“ enthalten.

Verliert der Algorithmus innerhalb eines Tages X % seines Kapitals, schaltet er sich ab.

Überschreitet die Volatilität einen bestimmten Schwellenwert, wird der Handel gestoppt.

Dies verhindert, dass ein Programmierfehler Ihr Konto innerhalb von Minuten leert (ein sogenannter „Flash-Crash“).

Fazit: Algorithmischer Handel ist ein Prozess kontinuierlicher Optimierung. Sie müssen sowohl Händler als auch Datenwissenschaftler sein. Die Belohnung ist jedoch ein skalierbares, konsistentes und von Ihrem Arbeitsaufwand unabhängiges Handelsgeschäft. Beginnen Sie klein, lernen Sie Python oder eine plattformspezifische Programmiersprache und testen Sie unermüdlich.

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