Bid, Ask & Spread: Wie Broker Geld verdienen und Ihre Kosten
Um den Spread zu verstehen, müssen Sie zunächst den Auktionscharakter des Marktes verstehen. Wenn Sie zu einer Wechselstube am Flughafen gehen, sehen Sie zwei Preise auf der Tafel: „Wir kaufen USD zu 0,85“ und „Wir verkaufen USD zu 0,90“. Diese Lücke ist ihr Gewinn. Der Online-Handel funktioniert genauso, nur mit geringeren Margen und schnellerer Ausführung.
**1. DIE ANATOMIE EINES ZITATS**
Wenn Sie sich den EUR/USD-Wert auf Ihrem Terminal ansehen, sehen Sie keinen einheitlichen Preis. Du siehst zwei.
* **Das Gebot (niedrigerer Preis):** Dies ist der höchste Preis, den der Markt *Ihnen* für die Währung zu zahlen bereit ist. Wenn Sie jetzt **VERKAUFEN** möchten, erhalten Sie diesen Preis.
* **Der Briefkurs (höherer Preis):** Dies ist der niedrigste Preis, den der Markt Ihnen zu verkaufen bereit ist. Wenn Sie sofort **KAUFEN** möchten, zahlen Sie diesen Preis.
**Die Lücke:**
Stellen Sie sich vor, EUR/USD notiert bei **1,1050 / 1,1052**.
* Gebot: 1,1050
* Fragen Sie: 1.1052
* Spread: 2 Pips.
Wenn Sie auf „Kaufen“ klicken, werden Sie bei 1,1052 gefüllt. Wenn Sie feststellen, dass Sie einen Fehler gemacht haben, und sofort auf „Schließen“ klicken (was bedeutet, dass Sie den Betrag zurückverkaufen), verkaufen Sie zum Gebot von 1,1050. Sie haben sofort 2 Pips verloren, ohne dass sich der Markt auch nur einen Zentimeter bewegt hätte.
**2. BERECHNUNG DER KOSTEN**
Viele Händler ignorieren den Spread, weil er wie eine kleine Zahl aussieht. Lassen Sie uns die Berechnung für ein Standardkonto über einen Monat durchführen.
* **Vermögenswert:** GBP/JPY (Volatiles Paar).
* **Durchschnittlicher Spread:** 3 Pips.
* **Pip-Wert:** ~9,00 $ pro Standard-Lot.
* **Volumen:** 1,00 Lot.
Jedes Mal, wenn Sie auf die Schaltfläche klicken, zahlen Sie: 3 Pips x 9 $ = **27 $**.
Wenn Sie 20 Tage lang 2 Trades pro Tag tätigen (insgesamt 40 Trades):
* Gesamtkosten = 40 Trades x 27 $ = **1.080 $**.
Diese 1.080 $ werden von Ihrem Konto abgezogen, unabhängig davon, ob Sie gewinnen oder verlieren. Wenn Ihre Strategie einen Bruttogewinn von 2.000 $ erzielt hat, beträgt Ihr Nettogewinn nur 920 $. Der Makler hat 50 % Ihrer Einnahmen übernommen. Dies zeigt, warum der Hochfrequenzhandel (Scalping) für Einzelhändler bei Paaren mit großen Spreads äußerst schwierig ist. Sie kämpfen hart gegen die Transaktionskosten.
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**3. DER „PHANTOM“-STOPP (die Ask-Linie)**
Dies ist die häufigste Verschwörungstheorie in Handelsforen: * „Der Broker hat meinen Stop-Loss gejagt! Der Chart zeigt, dass der Höchstwert bei 1,1060 lag, mein Stop bei 1,1062, aber ich wurde trotzdem ausgestoppt! Betrüger!“*
Hier ist, was wahrscheinlich passiert ist. Es war kein Betrug; Es war ein Missverständnis darüber, wie Diagramme gezeichnet werden.
**Die Regel der Diagramme:**
Fast jedes Candlestick-Diagramm, das Sie sehen (TradingView, MT4), wird unter Verwendung des **BID**-Preises gezeichnet. Es zeigt den Verkaufspreisverlauf.
**Das Szenario (Short Trade):**
1. Sie verkaufen EUR/USD. Sie möchten, dass der Preis sinkt.
2. Sie platzieren einen Stop-Loss bei 1,1062. (Um einen Verkaufshandel zu schließen, müssen Sie die Position zurückkaufen.)
3. Für den Rückkauf ist der **ASK**-Preis erforderlich.
**Das Ereignis:**
Neuigkeiten kommen heraus. Die Spreizung weitet sich aus.
* **Gebotspreis (Chart):** 1,1060.
* **Spread:** Erweitert sich auf 5 Pips.
* **Briefkurs (unsichtbar):** 1,1065.
Ihr Stop-Loss liegt bei 1,1062. Der Briefkurs erreichte 1,1065. Ihr Stop-Loss wird ausgelöst und der Handel wird geschlossen.
Das Diagramm zeigt jedoch nur das Gebot (1,1060). Sie schauen auf die Tabelle und sehen, dass der Docht Ihre Linie nie berührt hat. Du fühlst dich betrogen.
**Die Lösung:**
Aktivieren Sie in Ihren Handelsplattformeinstellungen immer **"Ask Line anzeigen"**. Dadurch wird auf Ihrem Chart eine zweite horizontale Linie (normalerweise rot) angezeigt, die den aktuellen Kaufpreis anzeigt. Sie werden schockiert sein, wie weit sich der Kurs bei Volatilität vom Geldkurs entfernen kann.
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**4. FEST VS. VARIABLE AUFBRUCHUNGEN**
* **Feste Spreads:** Einige Broker (Market Maker) bieten einen festen Spread an (z. B. immer 2 Pips auf EUR/USD).
* *Vorteile:* Vorhersehbare Kosten.
* *Nachteile:* Normalerweise höher als der Durchschnitt. Bei intensiven Nachrichten kann es sein, dass der Broker Ihren Handel einfach nicht ausführt („Re-Quote“), weil er diesen Spread auf dem realen Markt nicht abdecken kann.
* **Variable (variable) Spreads:** ECN- und STP-Broker geben den tatsächlichen Markt-Spread an Sie weiter.
* *Vorteile:* In liquiden Zeiten sehr eng (z. B. 0,1 oder 0,5 Pips bei EUR/USD).
* *Nachteile:* Kann während der Nachrichten explodieren. Ich habe gesehen, wie der Spread beim GBP/NZD während eines Flash-Crash-Ereignisses von 5 Pips auf 100 Pips anstieg.
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**5. Wann weiten sich die Spreads aus? (Die Gefahrenzonen)**
Liquidität sorgt für enge Spreads. Wenn die Liquidität verschwindet, weiten sich die Spreads aus. Es gibt drei Hauptereignisse, in denen dies geschieht:
**A. Wichtige Pressemitteilungen (NFP, CPI, Tarifentscheidungen):**
Millisekunden bevor eine Zahl veröffentlicht wird, ziehen die großen Banken (Liquiditätsanbieter) ihre Aufträge zurück, weil sie nicht auf der falschen Seite erwischt werden wollen. Das Auftragsbuch wird dünner.
* *Ergebnis:* Verbreitet sich um das 5- bis 10-fache ihrer normalen Größe. Wenn Sie versuchen, genau zum Zeitpunkt der Pressemitteilung einen Trade einzugehen, zahlen Sie möglicherweise 20 Pips, nur um einzusteigen.
**B. Der „Rollover“ (17:00 Uhr EST):**
Dies ist das Ende des Forex-Bankgeschäftstages (New Yorker Handelsschluss). Für etwa eine Stunde (17:00 bis 18:00 Uhr EST) werden die Bankensysteme für den nächsten Tag zurückgesetzt. Die Liquidität sinkt auf nahezu Null.
* *Achtung:* Wenn Sie einen Trade bis 17:00 Uhr EST offen halten, achten Sie auf Ihren Stop-Loss. Selbst wenn sich der Marktpreis nicht bewegt, könnte sich der *Spread* so weit ausweiten, dass er Ihren Stop-Loss erreicht, wenn dieser zu nahe liegt.
**C. Feiertage:**
Wenn London und New York über Weihnachten oder Ostern geschlossen sind, ist der Markt technisch gesehen geöffnet, aber es gibt kein Volumen. Spreads werden hässlich sein. Bleib weg.
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**6. ECN vs. ZERO-SPREAD-KONTEN**
Viele Broker bieten zwei Kontotypen an. Es ist wichtig, dass Sie diejenige auswählen, die zu Ihrer Mathematik passt.
* **Standardkonto:**
* Spread: Breit (z. B. 1,5 Pips).
* Provision: 0 $.
* *Am besten geeignet für:* Swingtrader, die tagelang halten. Der Spread ist eine einmalige Gebühr, die bei einem 100-Pip-Ziel keine große Rolle spielt.
* **Roh-/ECN-Konto:**
* Spread: Eng (z. B. 0,0 oder 0,1 Pips).
* Provision: Feste Gebühr (z. B. 7 USD pro Rundenlos).
* *Am besten geeignet für:* Scalper und Daytrader. Sie benötigen die Präzision, genau zum Marktpreis ohne willkürlichen Aufschlag einzusteigen.
**Der Mathe-Check:**
Normalerweise ist das Raw-Konto günstiger.
* Standard: 1,5 Pips Spread = 15 $ Kosten pro Lot.
* Roh: 0,1 Pip Spread (1 $) + 7 $ Provision = 8 $ Gesamtkosten pro Los.
* *Urteil:* Mit dem Raw-Konto sparen Sie fast 50 % an Kosten, müssen dafür aber eine separate Provision zahlen.
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**ABSCHLUSS**
Der Spread ist der Torwächter des Marktes. Für die Einfahrt müssen Sie die Maut bezahlen. Sie können es zwar nicht beseitigen, aber minimieren, indem Sie während Sitzungen mit hoher Liquidität handeln (Überschneidung von London und New York), das Rollover-Fenster um 17:00 Uhr EST vermeiden und den richtigen Kontotyp für Ihre Strategie auswählen.
Vergessen Sie niemals die **Ask Line**. Wenn Sie Short sind, sind Sie dem Briefkurs ausgeliefert. Wenn Sie Long sind, verkaufen Sie zum Bid. Halten Sie diese Unterscheidung klar, dann werden Sie nie wieder von einem „Phantom“-Stop-Out verwirrt. In der nächsten Lektion werden wir die verschiedenen Tools erkunden, mit denen Sie in den Markt einsteigen können: Market-, Limit- und Stop-Orders.
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